DUO Spearhead Ryuki auf Meerforelle

DUO Spearhead Ryuki 80S/95S

Heute weiß ich, dass der DUO Spearhead Ryuki ein Minnow der Sonderklasse ist, speziell für die schnellen Einsätze auf noch schnellere Salmoniden. Doch es war nicht die Liebe auf den ersten Blick. Im Angelladen lachte mich Anfang letzten Jahres ein Minnow an, den ich vorher nicht gesehen hatte. Der hiesige Tackle Dealer verkaufte ihn mir als neues Sternchen am Meerforellenhimmel und so erstand ich (widerwillig) zwei Spearhead Ryukis – zum einen den 70S und dann noch einen 80S.

 

Im Einsatz

Vor knapp einem Jahr stand ich zum ersten Mal mit einem  Ryuki bewaffnet am Strand der Insel Rügen. Trotz starkem Seitenwind flog der kleine Ryuki zielgenau und die Wurfweite war für einen Hardbait seiner Größe und seines Gewichts auch ansehnlich. Nach kurzem Einkurbeln schon Kontakt, aber nicht wie erhofft zum Ostseesilber, sondern viel mehr zum harten Grund der Ostsee. Der Hardbait flog nicht nur weit – nein, er ging auch schnell auf Tiefe und blieb dort, sodass die anfängliche Skepsis neues Futter bekam. Zwei Wochen später bekam der Spearhead Ryuki 80S seine zweite Chance. Dieses Mal vom driftenden Boot aus. Die Fische waren aktiv in 2 m Wassertiefe und so war es auch nicht sonderlich überraschend kurze Zeit später den ersten Fisch auf den Ryuki zu fangen. Doch überzeugen konnte mich der kleine Sprinter noch nicht gänzlich, da andere Köder einfach besser fingen. Der Knoten platzte nach einem weiteren „Hallo-Wach-Effekt“ und der kam Anfang 2018.

 

Alles eine Frage des richtigen Speeds

Gemeinsam mit Andreas Volz und einer kompletten Palette der Duo Spearhead Ryuki ging es aufs Wasser. Die Forellen waren zwar aktiv, aber fangbar waren sie deshalb noch lange nicht. Viele Nachläufer und noch mehr Fehlattacken waren an der Tagesordnung. Jetzt musste der Ryuki so richtig zu überzeugen. Der kleine Hardbait (wenn 70-95 mm noch klein ist) aus dem Hause Duo wollte nur in der richtigen Geschwindigkeit angeboten werden. Hatte man die Laufgeschwindigkeit erst einmal gefunden, war nicht mehr die Frage, ob man etwas fängt, sondern nur wann und wie viel. Der Minnow arbeitete umso erfolgreicher, je schneller er angeboten wurde. Die Meerforellen befanden sich im klaren 2-3 m tiefen Wasser und alles, was zu langsam daherkam, wurde entweder ignoriert oder mit Geleitschutz zum Boot gebracht.

 

Wer bremst, verliert…

Und bei Speed fängt der Spearhead so richtig an seine Stärken auszuspielen. Mit Wind im Rücken konnten wir sehr weit in unsere eigene Andrift werfen. Bevor der Schatten des Bootes die Fische warnen konnte, bekamen wir sie schon an die Haken. Wir führten die Ryuki 70S, 80S und 95S sehr schnell und kleine Twitches brachten die Hardbaits kurz aus ihrer Bahn und die Forellen zum Biss. Die anfänglichen Fehlbisse konnten wir jetzt und in den kommenden Tagen sauber haken. Die ideale Geschwindigkeit war deutlich in der Rutenspitze zu spüren. Erst wenn der Minnow sauber lief, war er auch interessant für die Meerforellen und das trotz des kalten Wassers. Versuche den Köder langsam zu präsentieren, brachten keine Bisse.

 

Die Geschwindigkeit macht’s!

Der Ryuki wobbelte hochfrequent in seiner Bahn ohne auch bei höchstem Tempo aus dem Lauf zu kommen.  Kleine Twitches im hohen Tempo ließen den Köder kurz aus der Bahn flanken, aber nach kurzer Zeit folgte der Ryuki wieder wie gewohnt sauber dem Zug der Schnur. Dieses geradlinige Laufen macht den Spearhead Ryuki für mich zu einem perfekten Meerforellenköder. Die Meerforellen kennen hohe Geschwindigkeiten bei der Jagd, aber sie mögen keine Beute, die Haken schlägt und so für die Forelle kaum zu berechnen sind (unsauber gehakte Fische sind dann die Folge).

 

Das gewisse Etwas!

Was mich als Meerforellenangler besonders erfreut, sind die Reserven, die der Köder mir im Falle eines Nachläufers bietet. Egal wie schnell der Ryuki läuft, ich kann im Falle eines Nachläufers noch einen Gang hochschalten und den Räuber so zu einer Reaktion zwingen. Dieses Verhalten kennen die Räuber aus der Natur und der Ryuki läuft trotzdem weiterhin sauber. Neben den vielen fängigen Dekoren, die der Ryuki bietet, ist seine Stille (silent bait) ein weiterer großer Pluspunkt auf der Suche nach schönen Meerforellen. So groß die Ostsee ist und so aggressiv die Forellen sind, so still mögen es die Meerforellen, vor allem an stark beangelten Spots. Die Farbe des Köders spielt bei mir eine eher untergeordnete Rolle, weil sie den meisten Meerforellen egal ist und trotzdem haben es drei Farben in mein Herz geschafft. Ich kann mir die Farbbezeichnungen der meisten Händler nicht merken und so gibt es einfache Spitznamen von mir. Also wenn ihr in Zukunft von tollen Meerforellenfängen bei mir auf „Kürbis“, „Knight Rider“ oder „Samuel L Jackson bei Nacht“ hört, dann ist Matze nicht durchgedreht, sondern die Ryukis in „Hokaido“, „Mat Rider“ und „Midight Yamame“ wurden wieder von kleinen Forellenzähnchen malträtiert. Die letzte Farbe ist mit ihrem dunklen Erscheinungsbild mit Sicherheit eine echte Bank bei der Nachtangelei.

 

Die Ausstattung der Spearheads

Die Drillinge der Ryukis schienen mir anfangs etwas klein für die zu erwartenden Fischgrößen, immerhin war der größte Fisch der vergangenen Saison über 10 kg schwer, aber nun einige Forellen später finde ich die Größe ausreichend. Viele gehakte Fische saßen perfekt im Maulwinkel und ein, zwei Notoperationen gab es leider auch. Die Forelle, die den Köder attackiert, tut dies meiner Erfahrung nach zuerst im hinteren Teil. Dabei findet sie bei dem Lauf-Speed und durch den schlanken Bau des Minnows keinen Halt am Body und spätestens beim seitlichen Wegdrehen hakt sie sich sauber im Maulwinkel selbst. Ein Anhieb ist völlig überflüssig und eher kontraproduktiv. Auf Grund der hohen Einholgeschwindigkeit verhindern wir auch größtenteils den Beifang an gefärbten Fischen.

 

Noch ein paar Hinweise zum richtigen Tackle

Ich habe den Ryuki bisher erfolgreich an zwei Combos gefischt. Wichtig war in meinen Augen vor allem ein „fast Taper“, da dieser das Selbsthaken des Fisches bei highspeed begünstigt. Die Rutenlänge ist eher unwichtig, jedoch fliegt das kleine Geschoß natürlich an einer längeren Rute etwas weiter 😀 Als Schnur habe ich ein Geflecht mit einer Tragkraft von 6-8 kg gefischt. So habe ich zum einen genug Reserven auch einen großen Fisch zu landen und zum anderen kann ich den Ryuki weit in Richtung Horizont schleudern. Als Spitze fische ich vor dem Geflecht gern ein 16-18 lb starkes Fluorocarbon in halber Rutenlänge. Das mag auf den ersten Blick etwas überdimensioniert dick sein, aber der Ryuki läuft auch an dickeren Vorfächern sauber und unter Wasser lauern genug Gefahren im Drill.

 

Fazit

Abschließend möchte ich meine Ryukis in der Box nicht mehr missen. Die Forellen kennen diese weitestgehend noch nicht. Als Watangler empfiehlt sich auf Grund seiner Lauftiefe vor allem das 70F Modell. Aber vom Kajak, Belly- oder Sportboot kann ich mit dem Ryuki schnell große Flächen nach hungrigen Forellenmäulern absuchen.

 

Euer Matze

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